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Wie wird man Pflegepapa bzw. Pflegefamilie? - Erstes Gespräch mit dem Pflegekinderdienst

Olivia und ich hatten schon vor längerer Zeit über die Aufnahme von Pflegekindern gesprochen, wir waren uns schon lange einig, dass wir das irgendwann machen wollen.
Unsere Großen wohnen zwar immer noch bei uns, beanspruchen Mama und Papa aber höchstens noch als Ratgeber. Erzieherisch oder bespaßend muss man da nicht mehr wirklich tätig werden.
Wir haben räumlich den Platz dazu und dadurch, dass Olivia nicht Berufstätig ist, steht sie auch quasi rund um die Uhr zur Verfügung.

Wir haben dann einfach beim Jugendamt angerufen und gesagt, dass wir gerne Pflegekinder aufnehmen wollen und gefragt was wir dazu tun müssen. Wir bekamen dann einen Termin mit einer netten Mitarbeiterin des Pflegekinderdienst.

Schon in diesem ersten Gespräch fiel mir auf, dass die nette junge Frau ständig mit Abkürzungen um sich schmiss. Abkürzungen scheinen alle die mit Pflegekindern zu tun haben nur so zu lieben. Ich habe eine Liste mit den gebräuchlichsten Abkürzungen erstellt, Ihr findet diese Links im Menü. Wir konnten aber jederzeit wenn wir bei dem Gespräch etwas nicht verstanden, nachfragen und es wurde uns sofort verständlich erklärt was gemeint war. Hier war und ist diese Mitarbeiterin des PKD (Pflegekinderdienst) vorbildlich.

Uns wurde gleich zu Beginn erklärt, dass die Aufnahme eines Pflegekinds immer mit sehr vielen Unsicherheiten verbunden ist.
Häufig stehen noch Gutachten über die Erziehungsfähigkeit eines oder beider leiblichen Elternteile aus, danach muss man dann noch auf ein Gerichtsurteil warten, gegen welches die leiblichen Eltern dann vielleicht auch noch mal vorgehen könnten und so weiter und so fort.
Es gibt also zumindest in den ersten Monaten und vielleicht sogar in den ersten paar Jahren keine Garantie dafür, dass so ein Pflegekind dann für immer bei einem bleibt. Und selbst wenn das Gericht dann irgendwann final beschließen sollte, dass ein Kind nicht wieder zu seinen leiblichen Eltern zurück soll, so bleibt immer noch eine Ungewissheit!
Häufig haben Pflegekinder zu einem psychischen Schaden (Bindungsstörungen etc.) auch noch physische Schäden die sich bei der Aufnahme so noch gar nicht zeigten. So ist Drogen- oder Alkoholkonsum während der Schwangerschaft leider keine Ausnahme. Es gibt viele sogenannte FAS-Kinder (FAS = Fetales Alkoholsyndrom = Alkoholkonsum in der Schwangerschaft = geschädigtes Gehirn usw.), manchmal entwickeln sich diese Kinder in den ersten Monaten und vielleicht auch noch die ersten Jahre relativ normal. Man muss also damit rechnen, ein Kind zu bekommen, das sich ganz anders entwickelt als man sich das eigentlich vorstellt. Aber das ist bei einem leiblichen Kind erst mal ja auch so, man weiß nicht was man bekommt und zurück geben an die Firma Storch & Co. geht ja auch nicht.

Zusätzlich zu einem Pflegekind bekommt man aber eventl. auch einen Teil dessen leiblicher Familie mit dazu. So sind Besuchskontakte mit den leiblichen Eltern, leiblichen Geschwistern und zum Teil sogar zu Großeltern oder weiteren Verwandten zu denen eine gute Beziehung besteht die gepflegt werden soll (entscheidet im Zweifelsfall ein Richter) keine Ausnahme. Wenn eine Rückführung geplant ist, kann der Kontakt sogar mehrmals die Woche für mehrere Stunden erfolgen. Hier muss man sich also Bewusst darüber sein, dass man mit der leiblichen Familie zusammen arbeiten muss und man sollte auch möglichst versuchen mit ihr auszukommen. Dazu später mehr wenn ich mal von unseren eigenen Erfahrungen bei Besuchskontakten berichte.

Wir konnten mit diesen "Risiken" leben und willigten ein einen Pflegeelternkurs zu besuchen und uns entsprechend schulen zu lassen.

Dazu demnächst mehr.

Euer John

3.11.16 10:28

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